Target 2 Salden

Viele Bürger wissen gar nicht, was es mit den Begriff „Target 2 Salden“ auf sich hat.

Beim Target-System handelt es sich um das Verrechnungssystem der EZB für den Zahlungsverkehr innenhalb des Euroraumes. Im Target-Systems entstehen Forderungen oder Verbindlichkeiten der einzelnen Zentralbanken gegenüber der EZB. Diese nennt man Target 2 Salden.

Positive Target 2 Salden bedeuten, dass eine Zentralbank, z.B. die Deutsche Bundesbank, Ansprüche gegenüber dem Target-System hat. Negative sind Schulden. Weil es keiner Kreditgenehmigungen bedarf, sondern das Target-System ein automatisches Verrechnungssystem ist, ist es unter anderem eine Möglichkeit der Staatsfinanzierung auf Kredit ohne Zustimmung des Kreditgeberlandes.

Nach dem Brexit wurde schlagartig klar, dass Staaten die EU doch verlassen können. Somit ist es auch nicht ausgeschlossen, dass ein Euro-Mitgliedsstaat aufgrund politischer Veränderungen die Eurozone verlässt. Die Risiken, die sich aus Austritten speziell für die Bundesrepublik Deutschland ergeben könnten, sind in kurzer Zeit auf eine von einer Regierung nicht mehr zu verantwortende Größe angewachsen und wachsen weiter. Zurzeit beträgt das Risiko allein für Deutschland ein Vielfaches des jährlichen Staatshaushalts. Sollte die Eurozone auseinanderbrechen oder auch nur einzelne Länder austreten ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Forderungen, die Deutschland an andere Länder der Eurozone hat, eingelöst werden können.

Ein ähnliches System gibt es auch in den USA zur Verrechnung der Salden der amerikanischen Bundesstaaten, jedoch mit einem wesentlichen Unterschied: Die Salden müssen jährlich ausgeglichen werden. Somit kann sich hier keine Schieflage im System ergeben.

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Veröffentlicht in FAQ

2 Gedanken zu „Target 2 Salden

  1. Christian Müller Antworten

    Deutschland ist Exportweltmeister! Hurra, wir arbeiten rund um die Uhr und verschenken Quasi unsere Waren an das Ausland, indem wir ihnen das Geld dazu leihen und zu 99% nicht Wiedersehen.

  2. Reinhold Wegmann Antworten

    Wir arbeiten nicht nur rund um die Uhr, sondern wir tragen auch noch die Materialkosten für die Produkte. Wären es ausschließlich abstrakte Produkte wie z. B. Software, könnten wir wenigstens, abgesehen von den für die Entwicklung aufgebrachten Personalkosten, von einem nicht realisierten Gewinn sprechen. Dadurch, dass wir aber auch noch Rohstoffe verarbeiten, die wir selbst einkaufen und bezahlen müssen, legen wir sogar noch Geld drauf!
    Ich wüsste gerne einmal den Saldo, wenn man auf den Export derartiger Waren, die aus meiner Sicht nicht begehrt sind, weil wir den Euro haben, sondern weil sie Qualitätswaren „made in Germany“ sind, einstellen würde und sich die dafür eingekauften Rohstoffe auch sparen könnte. Vermutlich wäre das gar kein Verlustgeschäft, wenn die anderen unsere Produkte, die sie nicht bezahlen, gar nicht kaufen würden.
    Die in Berlin gebetsmühlenartig betriebene Aussage, Deutschland profitiere vom Euro und Binnenmarkt halte ich auch unter diesem Gesichtspunkt nämlich für nicht haltbar.

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