Wertpapierankäufe der Deutschen Bundesbank für geldpolitische Zwecke

Im Januar 2015 kündigte die EZB an, dass ab März desselben Jahres mit dem Ankauf von Staatsanleihen begonnen wird. Später weitete man dies auch auf Unternehmensanleihen aus. Dieses Programm wurde mehrfach verlängert und wird bis Ende Dezember 2017 einen Umfang von 2,28 Billionen Euro haben.

Das Wertpapierankaufprogramm der EZB führt zu einer massiven Reduzierung der Zinsen (1) und erleichtert erheblich die Ausweitung der Schuldenaufnahme von bereits überschuldeten Euro-Staaten. Rund 60% (2) aller Ankäufe des Eurosystems landen als Aktiva in der Bundesbankbilanz! So steigt das Haftungsrisiko für Deutschland im Eurosystem ständig.

Fazit: Deutschland finanziert auf diesem Umweg die Staatsschulden anderer Länder.

Für die Risiko-Uhr werden nur die Wertpapierankäufe der Deutschen Bundesbank berücksichtigt.

(1) Zitat: Allianz Global Investors QE-Monitor März 2017:
Seite 11: „…Euroraum: Etwa 40 % des gesamten Euroraum-Staatsanleiheuniversums rentiert gegenwärtig unter der Nullmarke….“
Seite 10: „… Einer der wichtigsten Übertragungskanäle von QE besteht darin, dass Vermögenspreise und Renditen durch Käufe von Staatsanleihen beeinflusst werden. Zusammen mit der gestiegenen politischen Unsicherheit tragen die immensen EZB Anleihekäufe und die entsprechend umfangreichen Positionen („Crowded Trades“) unbestritten zu einer Verzerrung der Preise am gesamten Euro-Rentenmarkt bei. Die Renditen sind vom kurzen Ende bis zum mittleren Laufzeitbereich weiterhin negativ. Insgesamt sind Marktliquiditätsrisiken gestiegen, da das komplexe Zusammenspiel aus außergewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen und finanzieller Regulierung seinen Tribut fordert…“

(2) Zitat: Gastbeitrag von Carl-Ludwig Thiele im Handelsblatt vom 07.02.2017 zum Wertpapierankaufprogramm „…Grundsätzlich wäre ein Ausgleich der Zahlungsströme denkbar. Jedoch findet ein Großteil der Gutschriften in wenigen Ländern statt und führt zu einem Anstieg der T2-Salden. Die Ankäufe der Bundesbank beispielsweise machen weniger als ein Viertel aus, jedoch erfolgen rund 60 Prozent aller Ankäufe des Eurosystems von Kreditinstituten, die ihr TARGET2-Konto bei der Bundesbank führen. Dabei handelt es sich vor allem um internationale Banken am Finanzplatz London….“

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